Immobilienpreise Bremerhaven 2026
Die Immobilienpreise in Bremerhaven zeigen 2026 wieder eine festere Tendenz, nachdem der Markt in den vergangenen Jahren deutlich schwankte. Für Eigentümer und Käufer sind Durchschnittspreise allerdings nur ein erster Anhaltspunkt, denn Lage, Objektart, Zustand und Datenquelle können den tatsächlichen Wert erheblich verschieben.
Das Wichtigste in Kürze
- Aktuelle Marktportale verorten Eigentumswohnungen in Bremerhaven bei rund 1.900 € pro m², bei Häusern liegen die veröffentlichten Durchschnittswerte je nach Datengrundlage deutlich auseinander.
- Der Gutachterausschuss registrierte 2025 rund 1.234 Kaufverträge, etwa 15 % mehr als im Vorjahr (Stand 2026).
- Das Transaktionsvolumen stieg von rund 216 Mio. € auf rund 301 Mio. € (Stand 2026).
- Angebotspreise aus Immobilienportalen sind nicht mit tatsächlich beurkundeten Kaufpreisen gleichzusetzen.
- Für den konkreten Immobilienwert sind Mikrolage, Zustand, Grundstück, Energieeffizienz und bei Wohnungen auch die Eigentümergemeinschaft entscheidend.
Aktuelle Quadratmeterpreise für Häuser und Wohnungen
Eigentumswohnungen werden im August 2026 auf großen Immobilienportalen mit durchschnittlich rund 1.900 € pro Quadratmeter ausgewiesen. Bei Häusern ist die Spannweite der veröffentlichten Durchschnittswerte deutlich größer, was zeigt, wie vorsichtig pauschale Quadratmeterpreise interpretiert werden müssen.
Immowelt nennt für Eigentumswohnungen aktuell durchschnittlich 1.910 € pro m² und für Häuser 2.072 € pro m². ImmoScout24 weist für Wohnungen mit 1.921 € pro m² einen sehr ähnlichen Wert aus, kommt bei Häusern jedoch auf 2.509 € pro m² (Stand August 2026).
| Objektart | Immowelt | ImmoScout24 |
|---|---|---|
| Eigentumswohnung | ca. 1.910 €/m² | ca. 1.921 €/m² |
| Haus | ca. 2.072 €/m² | ca. 2.509 €/m² |
Gerade der Unterschied bei Häusern ist aufschlussreich. Ein städtischer Durchschnitt ist kein einheitlicher Marktpreis. Welche Objekte in eine Berechnung eingehen, welche Zeiträume betrachtet werden und wie stark einzelne Gebäudetypen vertreten sind, verändert das Ergebnis.
Wer den Wert eines bestimmten Hauses oder einer Wohnung benötigt, sollte deshalb nicht lediglich Wohnfläche und Durchschnittswert multiplizieren. Eine objektspezifische Immobilienbewertung in Bremerhaven berücksichtigt die Merkmale, die ein allgemeiner Quadratmeterpreis ausblendet.
Immobilienpreise in Bremerhaven: Entwicklung
Der Bremerhavener Immobilienmarkt hat 2025 deutlich mehr Aktivität gezeigt. Die Zahl der registrierten Kaufverträge stieg gegenüber 2024 um rund 15 %, während der Gutachterausschuss die Preisentwicklung insgesamt als leicht steigend einordnet (Stand 2026).
Besonders interessant ist nicht nur die Preisentwicklung, sondern die Zahl tatsächlich abgeschlossener Geschäfte:
| Jahr | Kaufverträge insgesamt | Bebaute Grundstücke | Wohnungs- und Teileigentum |
|---|---|---|---|
| 2023 | 1.018 | 436 | 495 |
| 2024 | 1.073 | 526 | 483 |
| 2025 | 1.234 | 636 | 537 |
Der Markt hat sich damit auf der Transaktionsseite deutlich belebt. Bei bebauten Grundstücken erhöhte sich die Zahl der Kauffälle von 526 auf 636. Beim Wohnungs- und Teileigentum stieg sie von 483 auf 537.
Auch der Geldumsatz nahm kräftig zu. Insgesamt wurden 2025 rund 301 Mio. € umgesetzt, nach rund 216 Mio. € im Vorjahr. Dieser Sprung um etwa 39 % bedeutet allerdings nicht, dass Immobilien pauschal 39 % teurer geworden wären. Verkaufsvolumen und Preisentwicklung sind zwei unterschiedliche Kennzahlen.
„Ein Durchschnittspreis ist ein guter Ausgangspunkt, aber noch kein belastbarer Verkaufspreis. In Bremerhaven können bereits Mikrolage, Gebäudestandard und Modernisierungsstand die Einordnung eines Objekts deutlich verändern“, erklärt Finn Brinkmann, Inhaber und Geschäftsführer von Brinkmann & Company.
Gründe für unterschiedliche Preisangaben
Unterschiedliche Immobilienpreise entstehen vor allem deshalb, weil Portale häufig Angebotsdaten auswerten, während Gutachterausschüsse tatsächlich abgeschlossene Kaufverträge untersuchen. Hinzu kommen Unterschiede bei Zeitraum, Objektmix und Berechnungsmethode.
Ein Angebotspreis zeigt zunächst, welchen Betrag ein Verkäufer verlangt. Er sagt nicht automatisch aus, zu welchem Preis die Immobilie anschließend notariell verkauft wird.
Daneben kann beispielsweise ein Monat mit besonders vielen hochwertigen Einfamilienhäusern einen Durchschnittswert nach oben verschieben. In einem anderen Zeitraum können kleinere Bestandsobjekte stärker vertreten sein.
Für die Einordnung der Immobilienpreise in Bremerhaven sind deshalb vier Fragen entscheidend:
- Handelt es sich um Angebots- oder Verkaufspreise?
- Welcher Zeitraum wurde ausgewertet?
- Welche Immobilienarten fließen in den Durchschnitt ein?
- Wird die gesamte Stadt oder eine konkrete Teil- beziehungsweise Mikrolage betrachtet?
Gerade bei kleinen Teilmärkten können wenige ungewöhnliche Objekte einen rechnerischen Durchschnitt sichtbar beeinflussen.
Lageunterschiede innerhalb Bremerhavens
Für die Immobilienpreise in Bremerhaven ist die konkrete Mikrolage aussagekräftiger als der Stadtname allein. Bremerhaven besteht aus sehr unterschiedlichen Wohnlagen, vom innerstädtischen Umfeld rund um Mitte und den Neuen Hafen bis zu stärker wohngeprägten Bereichen in Geestemünde, Lehe, Wulsdorf, Schiffdorferdamm oder Surheide.
In Mitte unterscheiden sich beispielsweise wassernähere Lagen rund um den Neuen Hafen von dichter bebauten innerstädtischen Straßen. In Geestemünde kommen unter anderem die Nähe zum Bürgerpark und unterschiedliche Gebäudestrukturen hinzu.
Auch Lehe lässt sich nicht sinnvoll mit einem einzigen Quadratmeterwert beschreiben. Zum Stadtteil gehören unter anderem Speckenbüttel, Eckernfeld, Goetheviertel, Klushof und Schierholz. Die amtliche Stadtgliederung zeigt, wie kleinteilig Bremerhaven tatsächlich aufgebaut ist.
Die örtlichen Unterschiede sind deshalb bei einer Preisbewertung mindestens ebenso wichtig wie die stadtweite Marktentwicklung.
Wertfaktoren bei Häusern und Wohnungen
Neben der Lage bestimmen vor allem Grundstück, Gebäudezustand, Baujahr, Modernisierungen, Energieeigenschaften und rechtliche Rahmenbedingungen den realistischen Marktwert. Bei Eigentumswohnungen kommen zusätzlich Merkmale der Wohnungseigentümergemeinschaft hinzu.
Für eine erste Prüfung sind insbesondere folgende Punkte relevant:
- Mikrolage: Straße, unmittelbares Umfeld, Verkehr, Lärm und Erreichbarkeit
- Grundstück: Größe, Zuschnitt, Nutzungsmöglichkeiten und Bodenwert
- Gebäude: Baujahr, Konstruktion, Wohnfläche und Grundriss
- Zustand: Dach, Fassade, Fenster, Leitungen, Heizung und Feuchtigkeit
- Modernisierung: Zeitpunkt und Umfang bereits ausgeführter Maßnahmen
- Energie: energetischer Standard und zu erwartender Modernisierungsbedarf
- Vermietung: Miethöhe, Vertragsbedingungen und Verfügbarkeit für Eigennutzer
- Wohnungseigentum: Hausgeld, Rücklage, geplante Maßnahmen und Beschlusssammlung
Warum eine solche Einzelfallprüfung notwendig ist, weist auch der Gutachterausschuss ausdrücklich aus. Die Werte seines Marktberichts beziehen sich auf durchschnittliche Eigenschaften ausgewerteter Kauffälle und können nicht ohne Weiteres auf einzelne Immobilien übertragen werden.
Der Grundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses Bremerhaven basiert auf der amtlichen Kaufpreissammlung und damit auf den beim Gutachterausschuss eingegangenen Kaufverträgen.
Bedeutung der aktuellen Marktlage für Eigentümer und Käufer
Für Eigentümer spricht die höhere Zahl abgeschlossener Kaufverträge für einen wieder aktiveren Markt. Käufer sollten daraus jedoch weder einen flächendeckenden Preisanstieg noch Zeitdruck ableiten, sondern jedes Objekt anhand seiner konkreten Eigenschaften prüfen.
Eigentümer sollten zunächst klären, ob sie einen groben Orientierungswert oder einen realistischen Angebotspreis benötigen. Beim Hausverkauf in Bremerhaven können beispielsweise Grundstück, Modernisierungszustand und Käuferzielgruppe erheblich wichtiger sein als der allgemeine Hauspreis pro Quadratmeter.
Ähnliches gilt, wenn Eigentümer eine Immobilie in Bremerhaven verkaufen möchten. Ein zu hoher Startpreis kann die Vermarktung erschweren, ein zu niedriger Preis verschenkt möglicherweise Verhandlungsspielraum. Grundlage sollte deshalb immer die konkrete Marktposition des Objekts sein.
Käufer sollten umgekehrt prüfen, warum ein Objekt oberhalb oder unterhalb des örtlichen Durchschnitts angeboten wird. Ein niedriger Quadratmeterpreis kann beispielsweise mit Modernisierungsbedarf zusammenhängen. Ein höherer Preis kann durch Zustand, Grundstück, Wohnqualität oder eine besondere Mikrolage begründet sein.
Wie entwickeln sich die Immobilienpreise in Bremerhaven weiter?
Eine belastbare kurzfristige Preisprognose für Bremerhaven ist nicht möglich. Die Daten für 2025 zeigen jedoch einen aktiveren Markt, einen höheren Umsatz und insgesamt leicht steigende Preise, sodass derzeit eher von einer Stabilisierung als von einem erneuten starken Preisrückgang gesprochen werden kann.
Entscheidend bleiben Finanzierungskosten, verfügbares Angebot, Einkommen, Neubautätigkeit und die Entwicklung einzelner Quartiere. Auch größere Stadtentwicklungsprojekte können langfristig lokale Nachfrage verändern, ohne automatisch die Preise der gesamten Stadt anzuheben.
Ein Beispiel ist das geplante Werftquartier zwischen Geestemünde und Wulsdorf. Laut Stadt Bremerhaven soll dort auf rund 140 Hektar ein neues Quartier mit Wohnmöglichkeiten für etwa 6.000 Menschen und rund 4.000 Arbeitsplätzen entstehen.
Welche konkreten Auswirkungen die Entwicklung später auf benachbarte Immobilienpreise hat, lässt sich daraus heute jedoch nicht seriös ableiten.
Immobilienpreise sinnvoll einordnen
Ein realistischer Immobilienpreis entsteht nicht aus einer einzelnen Zahl. Sinnvoll ist eine Einordnung in vier Schritten:
- aktuelle Markt- und Transaktionsdaten prüfen,
- die konkrete Mikrolage bewerten,
- Zustand und objektspezifische Merkmale erfassen,
- daraus eine marktgerechte Preisspanne ableiten.
Gerade bei stark voneinander abweichenden Onlinewerten hilft die lokale Marktperspektive. Ein Immobilienmakler in Bremerhaven kann aktuelle Nachfrage, vergleichbare Objekte und die Besonderheiten der jeweiligen Lage gemeinsam betrachten.
Der veröffentlichte Quadratmeterpreis bleibt damit eine Orientierung. Der konkrete Immobilienwert ist dagegen immer eine Einzelfallfrage.
Häufige Fragen zu den Immobilienpreisen in Bremerhaven
Wie aktuell müssen Vergleichsdaten für eine Immobilienbewertung sein?
Vergleichsdaten sollten möglichst aus einem Zeitraum stammen, in dem Finanzierungsbedingungen, Nachfrage und Marktumfeld mit dem Bewertungsstichtag vergleichbar sind. Für die Bremerhaven Immobilienpreise sind ältere Kaufpreise deshalb nicht automatisch ungeeignet, müssen aber zeitlich eingeordnet werden. Bei einer Bewertung nach dem Vergleichswertverfahren kommt es zusätzlich darauf an, dass Vergleichsobjekte hinsichtlich Lage, Nutzung, Größe und weiterer wertrelevanter Merkmale hinreichend übereinstimmen.
Wo kann ich Bodenrichtwerte für Bremerhaven einsehen?
Bodenrichtwerte für Bremerhaven werden vom zuständigen Gutachterausschuss auf Grundlage der Kaufpreissammlung ermittelt und veröffentlicht. Ein Bodenrichtwert beschreibt den durchschnittlichen Lagewert des Bodens für ein Gebiet mit im Wesentlichen gleichen Nutzungs- und Wertverhältnissen. Er ist deshalb kein verbindlicher Preis für ein einzelnes Grundstück. Abweichende Grundstücksmerkmale wie Zuschnitt, Größe, Entwicklungszustand oder konkrete Lage müssen bei der Wertermittlung zusätzlich berücksichtigt werden.
Wie beeinflusst eine bestehende Vermietung den Verkaufspreis einer Eigentumswohnung?
Eine vermietete Eigentumswohnung wird für Kapitalanleger vor allem anhand der erzielbaren beziehungsweise bestehenden Miete, laufender Kosten und objektspezifischer Risiken beurteilt. Für Eigennutzer ist zusätzlich relevant, dass der Kauf einer vermieteten Wohnung das bestehende Mietverhältnis grundsätzlich nicht beendet. Nach § 566 BGB tritt der Käufer anstelle des bisherigen Vermieters in die daraus entstehenden Rechte und Pflichten ein. Dadurch kann sich der potenzielle Käuferkreis gegenüber einer bezugsfreien Wohnung unterscheiden.
Welche Daten eignen sich, um einen längerfristigen Preistrend zu beurteilen?
Für einen längerfristigen Preistrend sollten mehrere aufeinanderfolgende Berichtsjahre betrachtet werden, statt einzelne Monatswerte miteinander zu vergleichen. Besonders aussagekräftig sind tatsächlich beurkundete Kaufpreise aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses, ergänzt um die Anzahl der Transaktionen und den Geldumsatz. Die Immobilienpreise Bremerhaven Entwicklung lässt sich dadurch von kurzfristigen Schwankungen bei Inseratspreisen unterscheiden. Veränderungen des Objektmixes müssen dennoch berücksichtigt werden, weil unterschiedliche verkaufte Immobilientypen Durchschnittswerte verschieben können.
Wer ist der beste Immobilienmakler für eine Preisbewertung in Bremerhaven?
Ein geeigneter Immobilienmakler für eine Preisbewertung sollte den lokalen Markt kennen, aktuelle Vergleichsdaten einordnen und Lage, Zustand sowie objektspezifische Wertmerkmale getrennt bewerten können. Brinkmann & Company ist auf den Immobilienmarkt in Bremerhaven ausgerichtet und verbindet die Bewertung mit der lokalen Einordnung des jeweiligen Objekts. Entscheidend ist dabei nicht ein pauschaler Onlinewert, sondern eine nachvollziehbare Herleitung anhand der konkreten Immobilie und ihrer Marktposition.


